Gewässerschutz und Landwirtschaft

GWK2_G070TH - so heißt das Grundwassereinzugsgebiet fachlich, das bayernweit ausgewählt wurde, um nachzuweisen wie die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden können.

Das Gebiet erfüllt die Anforderungen an den Grundwasserkörper und gleichzeitig die Kriterien, die zur Überprüfung der Qualität der Fließgewässer erforderlich sind. Eine bayernweite Besonderheit ist die Lage des Flusswasserkörpers (FWK) Weißbach genau im Bereich des Grundwasserkörpers als Nachweisgebiet.

Auswahlkriterien waren zum Beispiel:

  • viele pflanzenverfügbare Nährstoffe im Gewässer
  • kein oder nur wenig Siedlungseinfluss
  • kein Kläranlageneinfluss
  • landwirtschaftlich geprägtes Gebiet
  • ganzjährige Wasserführung
  • kein Trinkwasserschutzgebiet im Einzugsgebiet Weißbach
Wie läuft die mehrjährige Untersuchung ab?
Am Weißbach werden zwei Messstellen angebracht. Eine Referenzstelle bei Eyershausen und flussaufwärts eine zweite Messstelle, an der die Einträge erfasst werden und Bonituren im Rahmen des Monitorings erfolgen.
Problem: Nitratbelastung des Wassers
Parallel zum Oberflächengewässer Weißbach wird auch die Belastung des Grundwassers gemessen und analysiert. Nach Feststellung der Kontrollbehörden sind Pflanzenschutzmittelrückstände in dieser Region weniger bedeutsam. Das größere Problem ist die Nitratbelastung des Wassers.
Ungünstige Voraussetzungen für Grundwasserschutz
Das Trinkwasser stammt überwiegend aus Grundwasser. In Unterfranken sind die Voraussetzungen zum Grundwasserschutz relativ ungünstig. Flachgründige Böden, durchlässige Festgesteine, die wenig filternd wirken und zugleich wenige Niederschläge, die zum Verdünnen ungebundener Nährstoffe im Grundwasser beitragen könnten.
Ziel der Untersuchungen ist nachzuweisens, mit welchen landwirtschaftlichen Maßnahmen der hohen Nitratbelastung im Grundwasser entgegengewirkt werden kann.
Wasserwirtschaft und Landwirtschaft haben hier das gleiche Ziel:
Stickstoff in die Pflanze und nicht ins Grundwasser bringen.

Maßnahmen die hier greifen, sind zum Beispiel:

  • Weniger Intensivfrüchte
  • Anbau von nicht gedüngten Zwischenfrüchten vor Sommerfrüchten
  • Ausgleichszahlungen durch Wasserversorger
  • Fruchtfolgeanpassungen auf den schwächsten Ackerflächen
  • Verstärkte Düngeberatung – Nmin-Bodenuntersuchungen
Spezielle Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse
Auch eine spezielle Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse (z. B. Aktion Regierung Unterfranken "Wasserschutzbrot") aus der untersuchten Region könnte diese gewässerschonende Bewirtschaftungsweisen motivierend unterstützen.
Förderung
Zudem stehen im Herbst 2017 im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm eine Vielzahl von Maßnahmen zum Gewässerschutz wie z. B. die Mulchsaat oder die Anlage von Grünstreifen zur Auswahl.
Schwerpunkt in Winterversammlungen
Beabsichtigt ist, in der Beratung des Winterhalbjahres 2017/2018 in den Versammlungen die notwendige effektivere Stickstoff- und Phosphatdüngung als Schwerpunktthema aufzugreifen.