Erlebnistour durch Feld & Flur
Landbautag Burglauer 2022 - regional (er-)Leben

Die erste regional (er-)Leben-Erlebnistour durch Feld & Flur am Landbautag Burglauer 2022 war ein voller Erfolg. Hunderte von Gesprächen zwischen Landwirten, Jägern, Fischern, Feldgeschworenen und Bürgern entstanden am Feldrand.

Weizen ist nicht gleich Weizen und Raps ist nicht gleich Raps. Das beweist der Landbautag jedes Jahr auf Neue. Ausgerichtet von Erzeugerring, vlf Rhön Grabfeld und Bad Kissingen und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt/Saale (AELF) bietet er interessierten Landwirten und solchen die es werden wollen, neutrale fachliche Informationen rund um die Kulturen Weizen, Mais und Raps.

Neutrale Beratung zum Marktfruchtbau und Gewässerschutz
Neben aktuellen Hinweisen zur Ansaat gibt es am landbautag Tipps zur Auswahl der Sorten und zum Pflanzenschutz. Fachleute geben pflanzenbauliche Hinweise weiter. Die staatliche Gewässerschutzberatung der ÄELF Bad Neustadt und Schweinfurt ergänzt das Programm durch Maßnahmen zum Gewässerschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.
Neu: Bürger sollen wissen was Landwirte tun
Für Landwirte im Dienstgebiet des AELF Bad Neustadt hat der Landbautag Tradition auf den Feldern des Landwirtes Jochen Then in Burglauer. Dieser wünscht sich schon länger mehr Dialog mit Verbrauchern. "Ich möchte mit Bürgern ins Gespräch kommen und erklären, was ich gerade auf meinen Feldern tue. Ich will erklären, weshalb ich es genau so mache, ganz einfach um kursierende Missverständnisse bezüglich Landwirtschaft und Umwelt aufzulösen", so Then.

"Wertschätzung für ein Produkt kommt, wenn man weiß, welcher Fleiß darin steckt. Ein Großteil der Bevölkerung hat aus den unterschiedlichsten Gründen keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft und kann eigentlich nicht nachvollziehen wieviel Kraft, Kreativität und Arbeitsstunden unter bangem Blick zum Himmel in unseren Lebensmitteln stecken", so Theresia Dietz, Beraterin der Abteilung und Bildung am AELF Bad Neustadt/S.

Wunsch und Gedanke wurden zu Vätern der ersten "regional (er-)Leben"-Erlebnistour durch Feld & Flur als ein Bestandteil des Landbautages 2022.

Einmal vorgestellt, ließen sich Landwirte, Feldgeschworene, Jagdgenossen, Fischzüchter und Imker für einen Aktionstag gewinnen.

Ein Rundwanderweg durch die Fluren von Burglauer und Reichenbach sollte es werden. Auf einer Strecke von 6 Kilometern können Verbraucher wandern, die Natur genießen und bei einem Abstecher in einzelne Hofstellen, am Feld- und Wiesenrand mit den anwesenden Landwirten und Landwirtinnen über Erzeugnisse, Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Produktententwicklungen usw. diskutieren.

Infoflyer und die Wander-App Komoot zeigen den Weg
An der mit einem Infoflyer angekündigten und in der Wander-App Komoot vorgestellten Strecke mit den 9 Stationen erkennt der Wanderer sehr schnell, dass es "den" Landwirt nicht mehr gibt. Ökobetriebe, konventionelle Betriebe und Obstbauern arbeiten in der Landwirtschaft neben- und miteinander. Jeder einzelne Betrieb hat seine Philosophie entwickelt, seine Schwerpunkte oder Betriebszweige dem Zeitgeist angepasst. Alles in allem kann die Landwirtschaft vor Ort dazu beitragen, die Menschen zu ernähren, ihnen Energie zur Verfügung zu stellen, saubere und intakte Gewässer und Artenvielfalt zu erhalten.
Zwei Personen unterhalten sich an einem Stand im Freien
Zusammen kann es funktionieren
Die Landwirte werden dabei von aktiven Imkern, Jägern, und Fischern unterstützt. Auch bei ihnen ist nicht alles beim Alten geblieben. Sie suchen Kooperationen. So starten Imker und Landwirte dieses Jahr mit der Produktion von Honig aus dem Buchweizenfeld. Ganz nebenbei kann eine alte Kultur ihren Platz in der Fruchtfolge wieder einnehmen. Artenvielfalt entsteht.
Gewässerqualität

Forellen, Saiblinge und Co sind wertvolle Lebensmittel und benötigen saubere Gewässer. Umweltbewusst wirtschaftende Landwirte erhalten die Gewässerqualität. Der Besitzer einer Teichanlage kann hier erfolgreich Fische züchten. Er hat neu in computergesteuerte Fütterungstechnik investiert, um das durch seine Teichanlagen fließende Gewässer nicht zusätzlich mit Nährstoffen und Medikamenten anzureichern. Kleine Futterportionen und häufigere Gaben sowie geringer Fischbesatz verhindern eine unnötige Nährstoffbelastung des Wassers in seinen Fischteichen und die Fische bleiben gesund.

Tiertherapie

Ein Bauernhof bietet nicht nur Arbeit. Auf einem Bauernhof können gestresste Bürger ebenso Erholung und Entschleunigung erleben. Tiertherapeuten, die sich auf einem ehemaligen Grünlandbetrieb in Reichenbach niedergelassen haben, bieten Spaziergänge mit Alpakas und Lamas an. Die Tiere fordern beim "Miteinander-Gehen" das Übernehmen von Verantwortung und fordern ein Leben im "Hier und Jetzt". Die Wiesen werden als Weide und Futter weiter genutzt.

Die Landwirtschaft passt sich den Entwicklungen an
Landwirtschaftliche Flächen verändern sich parallel zu menschlichen Siedlungen. Ackerflächen werden zu Bauland oder zusammengefasst zu großflächigen Bewirtschaftungseinheiten. So können Lebensmittel, Energiepflanzen usw. kostengünstig produziert werden. Beides hat seine Berechtigung.
Feldgeschworene beschreiben diese Entwicklung anhand historischer Karten. Mit Grenzsteinen markieren sie die Flächen und belegen Entwicklungen an Flurkarten. So manche alte Flurbezeichnung weckt Erinnerungen bei den Besuchern.
Verpflegung
Natürlich darf beim Wandern die Verpflegung nicht vergessen werden. Kleine Versorgungseinheiten, gestellt von den örtlichen Vereinen, stärken die Wanderer auf dem Weg von Gespräch zu Gespräch. Vereinsmitglieder zeigen, wie wertvoll ihre Tätigkeit für das Dorfleben und die Dorfgemeinschaft ist.
Gemeinsam aktiv lässt es sich gut leben. Die erste "regional (er-) Leben"-Tour leistete einen großen Beitrag dazu, dies zu erleben.
Weitere Infos
Wer die "regional (er-) Leben-Tour" wandern oder mehr Informationen dazu haben möchte, findet diese unter:

www.then-landwirtschaft.de/regional-erleben Externer Link